Prinzipien der Unterrichtsgestaltung

Ganzheitliches Lernen

Lernen ist kein Prozess, der nur über den Kopf, über das Denken, abläuft. Lernen spricht den Mensch als Gesamtheit an, bezieht den Körper (Wahrnehmung und Bewegung) und die Gefühle mit ein. Gerade Kinder „begreifen“ viele Probleme durch aktives Handeln leichter.

Um das Lernen zu erleichtern, sollte der Lernstoff über verschiedene Sinne angeboten werden: Vielseitige Arbeitsmaterialien regen zum Sehen, Hören, Fühlen, Sprechen, Bewegen, Zeichnen oder Bauen an.

Ganzheitliches Lernen bedeutet auch, die Gefühlslage der Kinder beim Lernen zu berücksichtigen. Grundlage des Lernens ist eine angst- und stressfreie Lernsituation, um Lernblockaden zu vermeiden. Im Unterricht wechseln sich Phasen der geistigen Anspannung mit Phasen der Entspannung und Bewegung ab.

Kreativität

Unsere Schüler/innen erleben sich im außerschulischen Alltag häufig als Konsumenten/innen z. B. von Fernsehsendungen, Computerspielen, Musik, Spielzeug, Fast-Food etc. Die Gesellschaft dagegen stellt an die nachwachsenden Generationen Ansprüche, die hierzu nicht zu passen scheinen. Es geht um Innovation und Kreativität. Die Kinder sollen erfahren, dass es sich lohnt, neue Dinge auszuprobieren und häufig auch erst über Umwege und mit großer Anstrengung zum Ziel zu gelangen.

Wir sehen es daher als unsere Aufgabe an, Unterricht so zu gestalten, dass er die Individualität der Kinder berücksichtigt und ihnen die Möglichkeit bietet, ihre schöpferischen Kräfte zu entfalten. Dieses Prinzip erstreckt sich nicht nur auf die musischen Unterrichtsfächer wie Kunst und Musik, sondern findet auch im Sportunterricht, beim entdeckenden Lernen im Mathematikunterricht, im kreativen Umgang mit Sprache und beim Experimentieren im Sachunterricht Berücksichtigung.

Handlungsorientierung

Der Unterricht in der Grundschule soll die Handlungskompetenzen der Kinder erweitern. Unser Unterricht ist daher immer an der Anwendung des Gelernten orientiert. Auf diese Weise lassen wir die Kinder die Relevanz des zu Lernenden spüren und reflektieren. So wird auch die Eigenverantwortung der Kinder für ihr Lernen gestärkt.

Kinder lernen am besten durch eigenes Handeln. Daher ist es für uns selbstverständlich, dass wir uns bemühen den Unterricht so zu gestalten, dass die Kinder das zu Lernende selbst erforschen und ausprobieren können. Dies impliziert, dass wir Unterrichtsgegenstände in den Klassenraum holen und wo dies nicht möglich ist, suchen wir außerschulische Lernorte auf.

Innere und äußere Differenzierung

Alle Kinder kommen mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule:

Auffassungsgabe, Konzentrationsfähigkeit, Vorwissen, Ausdauer, Orientierung, praktische/motorische Fähigkeiten sind mehr oder weniger stark entwickelt. Die Kinder erreichen die Lernziele auf unterschiedlichem Niveau, zu unterschiedlichen Zeiten und auf unterschiedlichen Wegen.

Differenzierung stellt sich uns also als eine tägliche Praxisaufgabe:

  • Die speziellen Bedürfnisse und Interessen der Kinder müssen angesprochen und in den Unterricht einbezogen werden.
  • Allen, den leistungsschwachen sowie den leistungsstarken Kindern sollen Erfolgserlebnisse und Lernzuwachs ermöglicht werden.

Dabei bemühen wir uns zu vermeiden, dass Individualisierung zur Vereinzelung der Kinder führt.

Offene Unterrichtsformen wie z.B. Unterricht nach dem Tages- und Wochenplan, Werkstattunterricht, freie Arbeit, Projektunterricht, Lernen an Stationen, Partner- oder Gruppenarbeit begünstigen die Verwirklichung der inneren Differenzierung. Auf diese Weise versuchen wir die einzelnen Schüler/innen weder zu unter- noch zu überfordern.

Auch die äußere Differenzierung kommt an der Heinrich-Lübke-Schule zum Tragen. So werden im Gemeinsamen Unterricht oder in den durch die Integrationshilfe- und Sozialindexstelle ermöglichten Stunden auch kleine Lerngruppen gebildet, die zeitweise parallel zum Klassenunterricht an individuellen Lernzielen arbeiten.

© GGS Heinrich-Lübke-Straße