Ein Einhorn-Gesicht für ein Kind gelingt auch ohne professionelle Schminkerfahrung. Ich zeige, welche Farben und Pinsel wirklich nötig sind, wie das Motiv in wenigen Schritten entsteht, welche Varianten zu verschiedenen Altersstufen passen und worauf Eltern bei Haut, Augen und dem Abschminken achten sollten.
Mit wenigen Handgriffen entsteht ein kindgerechter Einhorn-Look
- Wasserlösliche Schminkfarben sind für Kinder meist die praktischste Wahl.
- Für den Grundlook reichen 3 bis 5 Farben, ein Schwämmchen und zwei Pinsel.
- Das Horn sitzt am besten mittig auf der Stirn, die Farben verlaufen bogenförmig zu den Wangen.
- Glitzer gehört nur auf die Haut und niemals direkt an Augen oder Lippen.
- Für das Schminken sollten Eltern ungefähr 10 bis 15 Minuten einplanen.

Was wirklich auf den Schminktisch gehört
Ich halte die Vorbereitung bewusst überschaubar. Ein feuchtes Kosmetikschwämmchen, ein flacher Pinsel für breite Flächen und ein dünner Pinsel für Linien reichen für die meisten Motive völlig aus.
- weiße, rosa oder hellblaue Schminkfarbe als Basis
- zwei bis drei kräftige Farben für Regenbogen, Blüten oder Sterne
- schwarze oder dunkelblaue Farbe für feine Konturen
- kosmetischer Glitzer oder Glitzergel mit ausdrücklicher Eignung für das Gesicht
- sauberes Wasser, Küchenpapier und ein Handtuch
Entscheidend ist nicht die Anzahl der Farben, sondern ihre Qualität. Ich würde keine Bastelfarben, Filzstifte oder losen Bastelglitzer im Gesicht verwenden. Auf der Verpackung sollte klar stehen, dass das Produkt für kosmetische Anwendungen beziehungsweise Kinderschminken vorgesehen ist. Bei empfindlicher Haut lohnt sich ein kurzer Test an einer kleinen Stelle am Vortag.
| Material | Stärke | Grenze |
|---|---|---|
| Wasserlösliche Aquafarben | Leicht aufzutragen und einfach abzuwaschen | Können bei Schweiß oder Regen verlaufen |
| Schminkstifte | Gut für Kinder, die nicht lange stillhalten | Flächen werden schnell streifig |
| Glitzergel | Bringt sofort einen märchenhaften Effekt | Nicht für den direkten Augenbereich geeignet |
So entsteht das Einhorn-Gesicht Schritt für Schritt
1. Gesicht vorbereiten
Das Gesicht sollte sauber, trocken und möglichst frei von fettiger Creme sein. Ich lasse das Kind zuerst in den Spiegel schauen und gemeinsam entscheiden, ob es ein kleines Motiv oder eine volle Gesichtsbemalung möchte. Diese kleine Absprache verhindert, dass während des Schminkens Unruhe entsteht.
2. Helle Grundfläche auftragen
Mit dem leicht angefeuchteten Schwämmchen tupfe ich eine weiße oder sehr helle Farbe auf die obere Stirn, die Nasenmitte und die Wangenknochen. Die Schicht muss nicht deckend wie eine Maske sein. Ein sanfter Farbverlauf wirkt bei Kindern meist freundlicher und fühlt sich angenehmer an.
3. Regenbogen und Wangen gestalten
Nun tupfe ich Rosa, Lila, Blau oder Türkis fächerförmig von der Stirn zu den äußeren Augenwinkeln und weiter auf die Wangen. Für einen schnellen Regenbogeneffekt kann man mehrere Farben nebeneinander auf einen flachen Pinsel setzen. Die Übergänge müssen nicht perfekt sein, denn gerade leicht verlaufende Farben lassen das Motiv weich und fantasievoll wirken.
4. Das Horn auf die Stirn malen
Das Horn kommt mittig oberhalb der Augenbrauen oder etwas höher auf die Stirn. Ich male zuerst eine schmale, nach oben zulaufende Form in Weiß oder Gold und setze danach mit einem dünnen Pinsel diagonale Spirallinien darüber. Ein kleines Horn ist für jüngere Kinder oft die bessere Lösung, weil es weniger Zeit braucht und nicht so nah an die Augen reicht.
5. Augen, Sterne und Blüten ergänzen
Mit dunkler Farbe lassen sich wenige geschwungene Linien an den äußeren Augenwinkeln setzen. Dazu passen kleine Sterne, Punkte, Herzen oder Blüten auf den Wangen. Ich vermeide dicke schwarze Umrandungen direkt am Lid, weil Kinder dort schnell blinzeln und die Farbe ins Auge gelangen kann.
Zum Schluss tupfe ich etwas kosmetischen Glitzer auf Stirn und Wangen. Dafür eignet sich ein Glitzergel besser als trockener loser Glitzer, weil er weniger herumfliegt und sich gezielter verteilen lässt.
Welche Variante zu welchem Kind passt
Nicht jedes Kind möchte minutenlang stillsitzen oder Farbe im ganzen Gesicht spüren. Ich passe das Motiv deshalb an Alter, Geduld und Anlass an. Für einen Kindergeburtstag ist ein kleiner, wiederholbarer Look oft sinnvoller als ein aufwendiges Kunstwerk, das bei zehn Kindern viel Zeit kostet.
Der schnelle Einhorn-Look
Für Kinder, die ungeduldig sind, genügen ein weißes Horn, zwei farbige Wangenbögen und einige Sterne. Das dauert etwa 5 Minuten und ist trotzdem sofort als Einhorn erkennbar. Ein passender Haarreif mit Ohren und Horn verstärkt den Effekt, ohne dass noch mehr Farbe nötig ist.
Die Regenbogenmähne
Bei älteren Grundschulkindern kann die Farbe größer ausfallen. Ich ziehe mehrere geschwungene Farbbahnen von der Stirn seitlich nach außen und ergänze feine weiße Linien als Glanz. Diese Variante wirkt besonders schön auf Fotos, braucht aber ungefähr 10 bis 15 Minuten und setzt voraus, dass das Kind ruhig sitzen bleibt.
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Das dezente Wangenmotiv
Wenn ein Kind Gesichtsschminke nicht mag, male ich nur ein kleines Horn mit zwei Sternen auf eine Wange. Das ist eine gute Zwischenlösung für Kita-Kinder oder für den ersten Versuch. Der Look bleibt festlich, ohne dass sich das Gesicht vollständig bemalt anfühlt.
Haut, Augen und Abschminken sicher im Blick behalten
Kinderschminke ist Kosmetik und kein Spielzeug für unbeaufsichtigtes Ausprobieren. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, auf eine vollständige Inhaltsstoffliste und möglichst geprüfte Produkte zu achten. Bei Kindern mit Neurodermitis, bekannten Allergien oder gereizter Haut würde ich besonders vorsichtig sein und entzündete Stellen vollständig aussparen.
- Nur Produkte verwenden, die für Gesicht und Haut vorgesehen sind.
- Schminke nicht auf Wunden, Ekzeme oder frisch sonnenverbrannte Haut auftragen.
- Den inneren Lidrand, die Lippen und den direkten Augenbereich frei lassen.
- Pinsel und Schwämmchen nicht ungewaschen zwischen mehreren Kindern verwenden.
- Bei Brennen, Juckreiz oder Rötung die Farbe sofort mit Wasser entfernen.
Das Abschminken sollte nicht bis zum nächsten Morgen warten. Wasserlösliche Farben lassen sich meist mit lauwarmem Wasser und einem weichen Waschlappen entfernen. Hartnäckige Reste löse ich mit einer milden, für Kinder geeigneten Reinigung und reibe dabei nicht über die Haut.
Ölhaltige Produkte oder aggressive Seife sind selten nötig. Nach dem Waschen genügt bei trockener Haut eine kleine Menge einer vertrauten, milden Pflege. Bleibt eine Reizung bestehen oder schwillt die Haut an, sollte die betroffene Stelle nicht weiter behandelt werden.
Typische Fehler, die den Look unnötig erschweren
Der häufigste Fehler ist ein zu nasser Pinsel. Dann verlaufen die Farben, besonders an der Nase und unter den Augen. Ich streiche den Pinsel deshalb nach dem Eintauchen kurz am Schwämmchen ab und arbeite lieber mit mehreren dünnen Schichten als mit einer dicken Farbschicht.
Auch zu viele Details wirken schnell unruhig. Ein klares Horn, zwei Farbbögen und drei kleine Sterne sehen meist besser aus als ein Gesicht voller Linien. Das Motiv sollte außerdem zur Kleidung passen. Bei einem bunten Kostüm reichen wenige Farben, während ein schlichtes weißes Kleid ruhig einen kräftigeren Regenbogen verträgt.
Glitzer wird ebenfalls oft falsch eingesetzt. Bastelglitzer kann scharfkantig sein und gehört nicht in die Nähe von Augen oder Mund. Ich verwende nur kosmetischen Glitzer, tupfe ihn sparsam auf und verzichte vollständig darauf, wenn das Kind ständig ins Gesicht fasst.
Aus Schminken wird ein kleines Kreativprojekt
Der Einhorn-Look lässt sich wunderbar mit Basteln verbinden. Kinder können vor dem Schminken einen Haarreif verzieren, Papierohren ausschneiden oder ihre eigene Farbfolge für die Mähne entwerfen. Dadurch wird aus einer kurzen Verkleidung eine kreative Entscheidung, bei der das Kind selbst mitgestaltet.
Für eine kleine Gruppe bereite ich einfache Motivkarten vor. Jede Karte zeigt nur drei Elemente, zum Beispiel Horn, Regenbogen und Stern. Das erleichtert die Auswahl und verhindert, dass die Kinder während des Schminkens ständig neue Wünsche hinzufügen.
Mein wichtigster praktischer Tipp bleibt dabei schlicht. Ein glückliches Kind mit einem kleinen, selbst gewählten Motiv wirkt überzeugender als ein perfektes Design, bei dem es sich unwohl fühlt. Beim Kinder-Schminken zählt deshalb nicht die makellose Linie, sondern Tempo, Zustimmung und Freude am Verkleiden.