Ein Nachmittag mit Oma und Opa kann für Kinder mehr sein als eine kleine Feier. Richtig geplant, verbindet der Oma-Opa-Tag in Kita und Grundschule Familiengeschichte, gemeinsames Lernen und echte Wertschätzung. Hier finden Eltern und pädagogische Fachkräfte konkrete Ideen für den Termin, die Vorbereitung, passende Aktivitäten und einen sensiblen Umgang mit Kindern, deren Großeltern nicht kommen können.
Die wichtigsten Gedanken für einen gelungenen Oma-Opa-Tag
- Termin: In Deutschland wird der Großelterntag meist am zweiten Sonntag im Oktober begangen, 2026 fällt er auf den 11. Oktober.
- Rechtlicher Status: Der Tag ist kein bundesweiter gesetzlicher Feiertag; Kita oder Schule legen ihren eigenen Veranstaltungstermin fest.
- Gute Planung: Ein Programm von 60 bis 90 Minuten reicht meistens völlig aus und lässt Raum für Gespräche.
- Bildungswert: Geschichten, Fotos und alte Spiele fördern Sprache, Zuhören und generationsübergreifendes Lernen.
- Inklusion: Eingeladen werden können auch andere vertraute Erwachsene, damit sich kein Kind ausgeschlossen fühlt.

Was der Oma-Opa-Tag bedeutet und wann er stattfindet
Der Großelterntag ist ein Anlass, um Oma und Opa für ihre Nähe, Zeit und Unterstützung zu danken. Viele Großeltern holen Kinder aus der Kita ab, helfen bei den Hausaufgaben, erzählen Familiengeschichten oder springen ein, wenn Eltern im Alltag Unterstützung brauchen. Genau diese oft unsichtbare Hilfe wird an diesem Tag sichtbar gemacht.
In Deutschland gibt es kein einheitlich gesetzlich festgelegtes Datum. Häufig gilt der zweite Sonntag im Oktober als Orientierung. Im Jahr 2026 ist das der 11. Oktober. Kitas und Schulen feiern jedoch meist an einem Wochentag davor oder danach, weil ein gemeinsamer Nachmittag im laufenden Betrieb leichter umzusetzen ist.
Die Bezeichnung ist regional nicht ganz einheitlich. Manche Einrichtungen sprechen vom Großelterntag, andere vom Oma-Opa-Tag oder vom Großelternnachmittag. Historisch ist außerdem bekannt, dass in der DDR ein Oma-Opa-Tag am 12. November gefeiert wurde. Für die heutige Planung ist deshalb weniger das Datum entscheidend als die rechtzeitige Abstimmung mit den Familien.
Ich würde Eltern nicht dazu auffordern, den Termin als zusätzlichen Pflichttermin zu behandeln. Entscheidend ist eine wertschätzende Begegnung ohne Leistungsdruck. Ein kurzer gemeinsamer Spaziergang kann pädagogisch und emotional mehr bewirken als eine überladene zweistündige Bühnenshow.
Warum der Tag für Kita und Grundschule wertvoll ist
Wenn Kinder von ihren Großeltern erzählen, üben sie ganz nebenbei, Erlebnisse zu ordnen und verständlich wiederzugeben. Sie lernen neue Wörter, hören andere Lebensgeschichten und merken, dass ihre Familie eine eigene Geschichte hat. Besonders im Übergang von der Kita in die Grundschule lässt sich dieser Anlass gut mit Sprachbildung und Sachunterricht verbinden.
Generationen lernen voneinander
Großeltern sind nicht nur Gäste, sondern können zu aktiven Lernpartnern werden. Sie zeigen ein altes Kinderspiel, erklären, wie früher eingekauft wurde, oder bringen einen Gegenstand aus ihrer Kindheit mit. Die Kinder erfahren dadurch, dass sich Alltag, Technik und Schule verändern können.
Für eine Grundschulklasse eignet sich zum Beispiel ein Vergleich zwischen früher und heute. Die Kinder können Fragen zu Schulranzen, Pausenbrot, Schulweg und Freizeit stellen. Eine solche Gesprächsrunde dauert idealerweise 20 bis 30 Minuten, damit auch jüngere oder zurückhaltende Kinder aufmerksam bleiben.
Familien werden sichtbar, ohne bewertet zu werden
Ein Oma-Opa-Tag kann Kindern Sicherheit und Zugehörigkeit vermitteln. Gleichzeitig sollte die Einrichtung nicht den Eindruck erwecken, eine bestimmte Familienform sei normaler oder besser als eine andere. Manche Kinder leben bei Pflegeeltern, haben nur Kontakt zu einem Großelternteil oder kennen ihre Großeltern kaum.
Eine offene Einladung an Großeltern oder eine andere vertraute Bezugsperson löst dieses Problem oft elegant. Wichtig ist, diese Möglichkeit selbstverständlich zu formulieren und nicht erst dann anzubieten, wenn ein Kind sichtbar traurig wird.
Ideen für ein Programm, das wirklich verbindet
Die besten Aktivitäten bringen Kinder und Gäste ins Gespräch oder in gemeinsames Tun. Eine reine Aufführung ist zwar leicht vorzubereiten, lässt die Großeltern aber häufig passiv im Publikum sitzen. Ich halte deshalb eine Mischung aus kurzer Präsentation, Mitmachaktion und freier Zeit für besonders gelungen.
Gemeinsames Basteln mit Erinnerungswert
Ein selbst gestaltetes Erinnerungsheft kann aus drei bis fünf Seiten bestehen. Auf einer Seite malt das Kind seine Familie, auf einer anderen beantwortet es Fragen wie „Das kann Oma besonders gut“ oder „Das möchte ich mit Opa noch erleben“. Ein solches Geschenk kostet wenig, wirkt persönlich und eignet sich auch für Kinder, die nicht an einer großen Aufführung teilnehmen möchten.
Für eine Gruppe von 20 Kindern reichen meist 60 bis 80 Euro für Tonpapier, Stifte, Kleber, Fotos und Dekoration, wenn die Einrichtung vieles bereits besitzt. Teure Geschenke sind nicht nötig. Der persönliche Satz oder ein gemeinsam eingeklebtes Foto bleibt oft länger in Erinnerung als ein gekauftes Erinnerungsstück.
Alte Spiele neu entdecken
Großeltern können Spiele aus ihrer Kindheit vorstellen, zum Beispiel Murmeln, Gummitwist, Dosenwerfen, Himmel und Hölle oder einfache Kreisspiele. Die Lehrkraft oder das Kita-Team sollte vorher prüfen, ob die Regeln verständlich und körperlich für alle geeignet sind.
Besonders gut funktioniert ein Stationenbetrieb mit vier Stationen zu je zehn Minuten. So können sich die Gruppen bewegen, und niemand muss die ganze Zeit im Mittelpunkt stehen. Bei Bewegungsspielen braucht es ausreichend Platz sowie eine ruhige Alternative für Kinder oder Gäste, die körperlich eingeschränkt sind.
Kochen, Backen und Erzählen
Ein gemeinsames Rezept verbindet mehrere Generationen. In der Kita können Kinder mit ihren Gästen Obstspieße, Kräuterquark oder einfache Brötchen zubereiten. In der Grundschule bietet sich ein kleines Rezeptprojekt an, bei dem die Kinder Mengen ablesen, Zutaten sortieren und anschließend einen kurzen Text über das Gericht schreiben.
Vorher müssen Allergien, Unverträglichkeiten und Hygiene geklärt werden. Wenn gekocht wird, sollte die Gruppe klein bleiben und die Aktivität höchstens 30 bis 40 Minuten dauern. Für die Planung ist ein Budget von etwa 2 bis 4 Euro pro teilnehmender Person realistisch, abhängig von Rezept und vorhandener Ausstattung.
Eine kleine Aufführung mit echter Beteiligung
Ein Lied, ein Gedicht oder eine kurze Szene kann den Nachmittag eröffnen. Ich würde das Programm auf höchstens 15 Minuten begrenzen. Danach sollten die Gäste selbst etwas beitragen dürfen, etwa mit einem Lieblingslied, einer kurzen Geschichte oder einer Erklärung zu einem mitgebrachten Gegenstand.
So entsteht kein einseitiges Vorführen, sondern ein Austausch. Kinder, die nicht gern sprechen oder auftreten, können beim Begrüßen, Austeilen, Fotografieren oder Dekorieren helfen. Gerade diese unterschiedlichen Rollen machen eine Veranstaltung für die ganze Gruppe zugänglich.
So gelingt die Vorbereitung in Kita und Schule
Eine entspannte Feierbeginnt nicht am Veranstaltungstag, sondern mit einer klaren Einladung. Idealerweise erhalten Familien mindestens drei Wochen vorher Informationen zu Termin, Dauer, Ort, Begleitpersonen und Rückmeldung. Bei berufstätigen oder weit entfernt lebenden Großeltern sollte die Einrichtung eine Alternative anbieten, etwa einen Vormittag, einen Videogruß oder eine spätere Familienaktion.
Eine einfache Planung in fünf Schritten
- Ziel festlegen: Soll der Schwerpunkt auf Begegnung, Bewegung, Familiengeschichte oder einem Lernprojekt liegen?
- Teilnahme abfragen: Wie viele Großeltern oder Bezugspersonen kommen, und benötigen Gäste Unterstützung?
- Programm begrenzen: Für Kita-Gruppen reichen meist 60 Minuten, für Grundschulklassen etwa 75 bis 90 Minuten.
- Rollen verteilen: Kinder, pädagogische Fachkräfte und Gäste sollten jeweils eine überschaubare Aufgabe bekommen.
- Plan B vorbereiten: Bei schlechtem Wetter, Krankheit oder sehr vielen Gästen muss eine einfache Alternative bereitstehen.
Bei größeren Gruppen lohnt es sich, die Gäste in Kleingruppen aufzuteilen. Für 20 bis 25 Kinder sind zwei bis drei erwachsene Begleitpersonen zusätzlich zur pädagogischen Fachkraft hilfreich. Ein zu volles Programm und fehlende Sitzplätze gehören zu den häufigsten Gründen, warum die Stimmung kippt.
Auch Fotos sollten nicht einfach nebenbei gemacht werden. Die Einrichtung braucht die passenden Einwilligungen und sollte klären, ob Bilder nur intern oder auch für die Homepage verwendet werden dürfen. Wenn diese Frage offen ist, sind Gruppenfotos ohne erkennbare Gesichter oder gemalte Erinnerungsbilder die unkompliziertere Lösung.
Was bei unterschiedlichen Familien wichtig ist
Der schönste Oma-Opa-Tag kann für einzelne Kinder schwierig sein. Großeltern können verstorben sein, weit entfernt wohnen, keinen Kontakt zur Familie haben oder aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Ein Kind sollte deshalb niemals vor der Gruppe erklären müssen, warum niemand gekommen ist.
Einladungen offen formulieren
Eine gute Formulierung lautet etwa: „Wir laden eure Großeltern oder einen anderen Menschen ein, der euch wichtig ist.“ Damit wird die Tür geöffnet, ohne Unterschiede zu problematisieren. Das kann ein älterer Nachbar, eine Patin, ein Pflegegroßelternteil oder ein Mitglied des Kita-Teams sein.
Falls ein Kind ohne Begleitung bleibt, sollte vorher eine feste erwachsene Ansprechperson eingeplant werden. Sie nimmt gemeinsam mit dem Kind an einer Station teil, hilft beim Essen oder begleitet es bei der Aufführung. Eine spontane Lösung inmitten der Feier wirkt dagegen schnell wie ein sichtbarer Ersatz.
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Kulturelle und gesundheitliche Unterschiede respektieren
Nicht jede Familie verwendet die Begriffe Oma und Opa, und nicht jeder ältere Mensch möchte auf sein Alter reduziert werden. Auch religiöse, sprachliche oder körperliche Bedürfnisse können eine Rolle spielen. Eine inklusive Feier fragt deshalb vorher nach Besonderheiten, ohne daraus ein großes Thema zu machen.
Bei einer Wanderung oder einem Bewegungsspiel braucht es eine barrierearme Strecke und Sitzmöglichkeiten. Bei Speisen sollten Alternativen vorhanden sein. Kleine Anpassungen kosten meist wenig, entscheiden aber darüber, ob wirklich alle teilnehmen können.
Welche Fehler die Freude am Fest bremsen
Ein häufiger Fehler ist die Überladung des Nachmittags. Drei Lieder, ein Theaterstück, mehrere Bastelangebote, Kaffee, Kuchen und ein Rundgang durch die Räume klingen zunächst schön, überfordern jüngere Kinder und lassen kaum Zeit für persönliche Gespräche.
Auch ein Geschenk, das die Eltern teuer vorbereiten müssen, setzt unnötig unter Druck. Besser sind einfache, selbst gemachte Beiträge, die im Unterricht oder im Kita-Alltag entstehen. Das spart Geld und verhindert, dass unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten sichtbar werden.
Schwierig wird es außerdem, wenn nur die Großeltern über ihre Vergangenheit sprechen. Kinder sollten ebenfalls erzählen, fragen und entscheiden dürfen. Ein kleiner Gesprächsimpuls wie „Was möchtest du deinem Gast heute zeigen?“ gibt ihnen eine aktive Rolle.
Schließlich sollte die Veranstaltung nicht als Betreuungstermin missverstanden werden. Der Oma-Opa-Tag ersetzt weder eine pädagogische Fachkraft noch die Aufsichtspflicht der Einrichtung. Eine klare Begrenzung der Dauer, ein übersichtlicher Raum und eine verantwortliche Leitung schaffen Sicherheit für Kinder und Gäste.
Ein persönlicher Moment bleibt länger als ein perfektes Programm
Für eine gelungene Feier braucht es keine große Bühne und kein kostspieliges Motto. Entscheidend sind ausreichend Zeit, ein wertschätzender Ton und eine Aktivität, bei der Kinder und ältere Menschen wirklich miteinander ins Gespräch kommen.
Mein bevorzugtes Modell ist ein kompakter Nachmittag mit Begrüßung, einer gemeinsamen Aktion, einer kurzen Präsentation und anschließendem freien Austausch. Wenn am Ende ein Kind stolz einen selbst gestalteten Brief überreicht und ein Großelternteil aufmerksam zuhört, ist der eigentliche Zweck bereits erfüllt.
So wird der Oma-Opa-Tag zu einem festen Bestandteil von Familienbildung und Schulleben, ohne zur Pflichtveranstaltung zu werden. Er schafft Erinnerungen, stärkt Beziehungen und zeigt Kindern ganz praktisch, dass Erfahrungen über Generationen hinweg weitergegeben werden können.