Wie viel Taschengeld ist für Kinder sinnvoll?

Larissa Winter .

5. Oktober 2026

Mutter und Kind legen Münzen in eine rosa Schweinchen-Spardose. Ein spielerischer Moment, der das Thema Taschengeld für Kinder aufgreift.

Das erste eigene Geld verändert den Familienalltag oft schneller als erwartet. Eltern fragen sich, wie viel Taschengeld für Kinder angemessen ist, wann die Auszahlung sinnvoll wird und welche Ausgaben davon bezahlt werden sollten. Dieser Beitrag zeigt aktuelle Richtwerte für 2026, erklärt die rechtlichen Grenzen und gibt praktische Regeln für einen entspannten Umgang mit Geld.

Die wichtigsten Leitlinien für einen guten Start

  • Keine gesetzliche Pflicht verpflichtet Eltern zur Zahlung von Taschengeld.
  • 1 bis 4 Euro pro Woche sind für jüngere Kinder eine aktuelle Orientierung.
  • Ab etwa zehn Jahren funktioniert meist ein monatlicher Betrag besser.
  • Taschengeld sollte frei verfügbar sein und nicht für Essen, Kleidung oder Schulmaterial dienen.
  • Ab ungefähr zwölf Jahren kann Budgetgeld für feste Ausgaben hinzukommen.

Diagramm zeigt, wie viel Taschengeld Kinder je nach Alter erhalten. Die meisten 16-17 Jährigen bekommen über 40 Euro.

Wie viel Taschengeld für Kinder sinnvoll ist

Eine feste gesetzliche Summe gibt es nicht. Die Höhe hängt vom Alter, der Reife und der finanziellen Situation der Familie ab. Auch die Frage, was das Kind selbst davon bezahlen soll, spielt eine große Rolle.

Das Familienportal des Bundes nennt für 2026 folgende Richtwerte. Sie sind keine Pflicht und kein Wettbewerb zwischen Familien, sondern eine brauchbare Orientierung für die erste Vereinbarung.

Alter Empfehlung Auszahlung
unter 6 Jahre 1 bis 2 Euro pro Woche
6 bis 7 Jahre 2 bis 3 Euro pro Woche
8 bis 9 Jahre 3 bis 4 Euro pro Woche
10 bis 11 Jahre 15 bis 25 Euro pro Monat
12 bis 13 Jahre 20 bis 30 Euro pro Monat
14 bis 15 Jahre 25 bis 45 Euro pro Monat
16 bis 17 Jahre 40 bis 60 Euro pro Monat
ab 18 Jahre 55 bis 75 Euro pro Monat

Diese Werte basieren auf den aktuellen Empfehlungen des Deutschen Jugendinstituts. Bei Jugendlichen ab 16 Jahren gelten die höheren Beträge vor allem dann, wenn sie noch wirtschaftlich von den Eltern abhängig sind, etwa während der Schulzeit.

Ich würde nicht automatisch den oberen Wert wählen. Wenn ein Kind zusätzlich Geld von Großeltern erhält oder viele Wünsche ohnehin erfüllt werden, kann der niedrigere Betrag besser passen. Entscheidend ist, dass das Geld regelmäßig, verlässlich und ohne ständiges Nachfragen ausgezahlt wird.

Wöchentlich oder monatlich auszahlen

Jüngere Kinder können Zeiträume von vier Wochen meist noch nicht gut überblicken. Für ein Grundschulkind sind deshalb 2 bis 4 Euro pro Woche leichter verständlich als ein Monatsbetrag von 12 oder 16 Euro.

Ab ungefähr zehn Jahren kann die monatliche Auszahlung sinnvoll sein. Das Kind muss dann selbst entscheiden, ob es das Geld sofort ausgibt oder für einen größeren Wunsch zurücklegt. Genau diese kleine Planungssituation ist pädagogisch wertvoll.

Ein fester Zahltag hilft

Ein fester Tag, zum Beispiel jeder Samstag oder der erste Tag des Monats, schafft Klarheit. Ich empfehle, die Zahlung nicht vom Benehmen, von Schulnoten oder von erledigten Alltagspflichten abhängig zu machen. Haushaltsaufgaben gehören zum Familienleben und sollten nicht jede Woche neu verhandelt werden.

Für außergewöhnliche Aufgaben kann es gelegentlich eine zusätzliche Anerkennung geben. Das reguläre Taschengeld sollte aber nicht zur Belohnung für Selbstverständlichkeiten werden. Sonst lernt das Kind eher, jede Hilfe in Geld umzurechnen, statt Verantwortung zu übernehmen.

Was vom Taschengeld bezahlt werden sollte

Taschengeld ist grundsätzlich Geld zur freien Verfügung. Kinder dürfen damit kleine Wünsche erfüllen, zum Beispiel Süßigkeiten, Sammelkarten, Sticker, Zeitschriften oder einen Teil eines Kinobesuchs. Dabei darf auch einmal eine schlechte Entscheidung passieren. Fehler mit kleinen Beträgen sind sichere Lerngelegenheiten.

Notwendige Ausgaben sollten Eltern normalerweise weiterhin übernehmen. Dazu gehören Essen zu Hause, grundlegende Kleidung, Schulmaterial, Medikamente und Fahrtkosten. Wer diese Dinge vom Taschengeld abzieht, macht aus einer Lernhilfe schnell eine finanzielle Belastung.

  • Taschengeld dient persönlichen Wünschen und kleinen freien Entscheidungen.
  • Budgetgeld kann festgelegte Ausgaben wie Kleidung, Handy oder Schulmaterial abdecken.
  • Familienkosten wie Miete, Lebensmittel und notwendige Arztkosten bleiben Sache der Eltern.

Das DJI empfiehlt ab etwa zwölf Jahren zusätzliches Budgetgeld für bestimmte regelmäßige Ausgaben. Als grobe Orientierung werden beispielsweise 15 bis 25 Euro monatlich für Handy, Internet und Abos sowie 5 bis 15 Euro für Schulmaterial genannt. Solche Beträge sollten nur übernommen werden, wenn Kind und Eltern vorher genau festlegen, was davon bezahlt werden muss.

Welche rechtlichen Regeln beim Taschengeld gelten

In Deutschland besteht kein gesetzlicher Anspruch auf eine bestimmte Taschengeldhöhe. Eltern entscheiden selbst, ob sie Geld zahlen, wie viel es ist und ob es bar oder auf ein Kinderkonto überwiesen wird. Taschengeld gehört außerdem zum normalen Familienunterhalt und ersetzt nicht die Pflicht der Eltern, für notwendige Lebenshaltungskosten aufzukommen.

Bekannt ist der sogenannte Taschengeldparagraph aus § 110 BGB. Danach können Minderjährige Verträge ohne ausdrückliche Zustimmung der Eltern wirksam erfüllen, wenn sie die Leistung vollständig mit Geld bezahlen, das ihnen zur freien Verfügung oder für genau diesen Zweck überlassen wurde.

Wo die Grenzen liegen

Der Paragraph ist keine allgemeine Erlaubnis für jeden Kauf. Er greift typischerweise nicht bei langfristigen Verträgen, Ratenzahlungen, kostenpflichtigen Abos oder Käufen, deren Folgen das Kind noch nicht überblickt. Auch ein teurer Onlinekauf ist nicht automatisch wirksam, nur weil ein Kind Zugriff auf ein Konto hatte.

Eltern dürfen klare Grenzen setzen und bestimmte Käufe untersagen. Bei altersbeschränkten Dingen, etwa Alkohol für Jugendliche, gelten außerdem die gesetzlichen Jugendschutzregeln. Taschengeld hebt diese Regeln nicht auf.

Bei In-App-Käufen sollte die Familie besonders aufmerksam sein. Ein Klick kann wiederkehrende Kosten auslösen oder Zahlungsdaten speichern. Ich würde deshalb für Kinder ein eigenes, begrenztes Zahlungsmittel nutzen und Abos grundsätzlich nur mit Zustimmung der Eltern erlauben.

So wird aus Taschengeld echte Finanzbildung

Der Lerneffekt entsteht nicht allein durch die Auszahlung. Kinder lernen vor allem dann etwas, wenn sie selbst entscheiden, Ergebnisse erleben und mit Erwachsenen darüber sprechen. Das Deutsche Jugendinstitut beschreibt deshalb drei wichtige Bausteine: Vorbild, Gespräche und eigene Erfahrungen.

Eine einfache Vereinbarung für den Alltag

  1. Gemeinsam festlegen, wie viel Geld regelmäßig ausgezahlt wird.
  2. Klären, welche Ausgaben davon bezahlt werden dürfen und welche nicht.
  3. Ein kleines Sparziel vereinbaren, etwa ein Buch, ein Spiel oder einen Ausflug.
  4. Nach einigen Wochen kurz besprechen, was gut funktioniert hat.

Ein Kind muss nicht jeden Einkauf rechtfertigen. Besser ist eine kurze Rückschau, bei der es selbst erzählt, wofür das Geld gereicht hat und was es beim nächsten Mal anders machen möchte. Kontrolle sollte durch Begleitung ersetzt werden, sonst verliert das Taschengeld seinen eigentlichen Zweck.

Für ältere Kinder kann ein eigenes Konto sinnvoll sein. Dabei sollten Eltern gemeinsam Regeln für Karten, Überweisungen, Onlinezahlungen und Limits festlegen. Bargeld bleibt trotzdem nützlich, weil Kinder dabei unmittelbar sehen, wie viel noch vorhanden ist.

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Typische Fehler vermeiden

  • Taschengeld nicht als Strafe einbehalten, wenn es um eine andere Regelverletzung geht.
  • Nicht ständig nachzahlen, sobald das Geld vorzeitig ausgegeben wurde.
  • Nicht jedes Sparen erzwingen, sondern Ziele gemeinsam auswählen.
  • Nicht Geschwister strikt vergleichen, wenn Alter und Ausgaben unterschiedlich sind.

Wenn das Geld regelmäßig zu früh aufgebraucht ist, sollte die Familie zuerst prüfen, ob die Summe realistisch ist oder ob daraus bereits notwendige Ausgaben bezahlt werden. Manchmal fehlt nicht Disziplin, sondern eine klare Trennung zwischen Taschengeld und Budgetgeld.

Ein fester Zahltag bringt mehr als der perfekte Betrag

Für Kinder ist ein verlässlicher kleiner Betrag meist hilfreicher als gelegentliche größere Geldgeschenke. So entsteht ein überschaubarer Rahmen, in dem sie planen, verzichten, sparen und eigene Entscheidungen treffen können.

Meine wichtigste Empfehlung lautet deshalb, mit einer passenden Summe zu beginnen und sie später gemeinsam anzupassen. Regelmäßigkeit, klare Zuständigkeiten und ein offenes Gespräch machen aus Taschengeld ein alltagstaugliches Stück finanzieller Bildung.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Für Kinder unter sechs Jahren gelten 1 bis 2 Euro pro Woche als Orientierung. Von sechs bis neun Jahren sind es 2 bis 4 Euro wöchentlich. Ab zehn Jahren empfehlen sich 15 bis 25 Euro monatlich, später bis zu 75 Euro ab 18 Jahren.
Jüngere Kinder können kurze Zeiträume besser überblicken und erhalten Taschengeld deshalb am besten wöchentlich. Ab etwa zehn Jahren ist eine monatliche Auszahlung sinnvoll, weil das Kind dadurch Sparen und Planen üben kann.
Taschengeld ist für persönliche Wünsche wie Süßigkeiten, Sammelkarten, Zeitschriften oder einen Teil eines Kinobesuchs gedacht. Notwendige Kosten für Essen, grundlegende Kleidung, Schulmaterial, Medikamente und Fahrtkosten bleiben normalerweise Sache der Eltern.
Taschengeld steht zur freien Verfügung und ermöglicht eigene kleine Entscheidungen. Budgetgeld ist für festgelegte regelmäßige Ausgaben wie Handy, Internet, Abos oder Schulmaterial vorgesehen und sollte nur nach klarer Absprache gezahlt werden.
Nach § 110 BGB können Minderjährige einen Vertrag wirksam erfüllen, wenn sie vollständig mit Geld bezahlen, das ihnen zur freien Verfügung oder für genau diesen Zweck überlassen wurde. Bei langfristigen Verträgen, Ratenzahlungen, Abos und unübersichtlichen Onlinekäufen gilt das typischerweise nicht automatisch.
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Autor Larissa Winter
Larissa Winter
Mein Name ist Larissa Winter und seit 14 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Lernen, Erziehung und Familie im Grundschulalter. Diese lange Zeit hat mir ermöglicht, ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen und Freuden zu entwickeln, die diese prägende Lebensphase mit sich bringt. Mich fasziniert besonders, wie wir Eltern und Pädagogen Kinder auf ihrem Weg begleiten können, ihre Neugier zu wecken und ihre individuellen Stärken zu fördern. Auf ggs-heinrich-luebke-strasse.de teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen, um Ihnen praktische Tipps und fundierte Einblicke zu geben. Dabei lege ich Wert darauf, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und stets auf aktuelle Entwicklungen und verlässliche Informationen zurückzugreifen, damit Sie gut informiert und gestärkt durch den Schulalltag und das Familienleben navigieren können.
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